vier minus drei – Neues Leben nach Verlust

Von Barbara Pachl-Eberhart hatte ich im Laufe meines Trauerreden-Seminars gehört und mir einige Videos, Interviews und ihre Webseite angesehen. Nun also das Buch, in dem sie beschreibt, wie sie mit dem Verlust ihres Ehemannes und der beiden Kinder zu leben lernt. Eine beeindruckende Frau mit einer starken Ausstrahlung, die u. a. als Krankenhausclown gearbeitet hatte.

Das Buch umfasst nur etwa ein Jahr, beginnend wenige Tage vor dem tödlichen Unfall ihrer Familie. Pachl-Eberhart lässt uns teilhaben an ihrem Weg durch Schmerz und Trauer und daran, wie die innere Verbundenheit zu ihren Lieben ihr geholfen hat, ihren ganz eigenen Weg durch dieses Jahr zu gehen. Längst hat die Trauerforschung sich von der Theorie fester Trauerphasen gelöst, und hier zeigt sich deutlich das Auf und Ab. Erinnerungen und Schuldgefühle, eine lange nicht eingestandene Wut, die bunte »Seelenfeier«, mit der nicht alle umgehen können. Die Sehnsucht nach einer Wiederkehr ihrer kleinen Tochter, der sich als Kinderwunsch äußert und letztlich in einer Offenheit für eine neue Beziehung mündet. Der ständige innere Dialog mit ihrem Mann… Die große Unterstützung durch FreundInnen und Unbekannte, die eigenen Versäumnisse, die neue Liebe, der Weg in ein anderes Leben und Berufsleben, der Zusammenbruch nach beinahe einem Jahr… Das alles wird tagebuchähnlich beschrieben und hat mich weinen und lachen lassen. Beinahe körperlich spürbar werden die intensiven Gefühle.

Dieses Buch empfehle ich ganz besonders allen, die sich mit außergewöhnlichen Lebenswegen beschäftigen, die glauben, dass Liebe über den Tod hinaus Bestand hat und dass das Leben weitergehen kann, auch wenn es gerade schrecklich ist. Wer sich mit Trauer und Tod auseinandersetzt, findet hier ein hoffnungsvolles, ehrliches Buch.

Almut Nitzsche, 14.02.2024

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